Gemeinde Goldenstedt
Goldenstedt wurde 700 Jahre lang von der sogenannten Zweiherrigkeit geprägt. An der Grenze der beiden Herrschaftsbereiche Vechta-Münster und Diepholz-Lüneburg gelegen, war Goldenstedt häufig der Austragungsort von Auseinandersetzungen der um die Hoheit ringenden Landesfürsten. Da das Große Moor eine schwer überwindliche natürliche Grenze bildete, führte der Weg zwischen Vechta und Diepholz über Goldenstedt, wodurch der Ort in das Interesse der jeweiligen Herrscher rückte. Statt einer klaren Grenzlinie gab es hier bis 1817 ein territoriales Mischgebiet. Erschwerend kam hinzu, dass die Diepholzer Untertanen protestantisch waren, die Untergebenen des Fürstbischofs von Münster jedoch der katholischen Kirche angehörten. Von 1650 bis 1850 gab es daher in Goldenstedt das wohl einmalige "Simultaneum mixtum". Trotz der unterschiedlichen Konfessionalität traf man sich gleichzeitig in einer Kirche zu einem gemeinsamen Gottesdienst, der von einem katholischen Priester und einem lutherischen Küster durchgeführt wurde. Erst mit der Einweihung der neu errichteten evangelischen Kirche endete dieser Zustand.
Im Jahre 1818, wenige Monate nach der Beendigung der Zweiherrigkeit, begann die kommunale Selbstverwaltung in Goldenstedt, das zunächst als "Kirchspiel" und ab 1855 als "Gemeinde" bezeichnet wird.
Eine weitere Zäsur in der Goldenstedter Geschichte bedeutete das Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals kamen etwa 2.200 Flüchtlinge und Vertriebene nach Goldenstedt und Lutten. In kürzester Zeit gelang es, für diese Menschen Wohnraum und Arbeitsplätze zu schaffen.
Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde war die Eingemeindung Luttens 1974. Um die Gemeinde Goldenstedt als Nebenzentrum im Nahbereich Vechta zu stärken und aufgrund struktureller Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gemeinden entschied der Niedersächsische Landtag damals die Eingliederung Luttens in die Gemeinde Goldenstedt. Lutten ist an Fläche und Einwohnerzahl, vom Ort Goldenstedt abgesehen, die größte Ortschaft der Gemeinde und hat vor allem in den letzten Jahren eine überaus positive Entwicklung erfahren.
Das Wappen der Gemeinde Goldenstedt zeigt eine Holzaxt mit 6 Münzen. Die Axt deutet auf ein in alter Zeit bestehendes Holzgericht. Die rechts und links der Axt geführten Münzen weisen auf eine Sage hin, die zur Erklärung des Namens "Goldenstedt" dient. Danach empfingen die Untertanen des Grafen aus dem benachbarten Diepholz diesen mit seiner jungen Gemahlin, Tochter eines Schwedenkönigs, an der Grenze des Kirchspiels, dort, wo noch heute die Brücke über die Hunte führt. Die Jungvermählten warfen hier eine Menge Goldmünzen unter das Volk. Seit dieser Zeit führt die Brücke den Namen "Goldene Brücke" und die goldene Stätte den Namen "Goldenstedt".








