Geschichte Lutten

Gemeinde Lutten
luttenwappen

Die geschichtliche Entwicklung

Unsere Gemeinde kann auf eine lange und bewegte geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Wenn auch der erste schriftliche Nachweis von Lutten erst im Jahr 872 n.Chr. in einer Schenkungsurkunde zu finden ist, so ist mit ziemlicher Sicherheit doch anzunehmen, dass sich bis zu diesem Zeitpunk schon während langer Jahrhunderte Generationen von Völkern niedergelassen und unsere Heimat kuliviert hatten. Darüber legen noch heute einige Bodenfunde, wie z.B. eine Urne aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert, Zeugnis ab.

Die Deutung des Namens von Lutten lasst zwei Möglichkeiten zu. So wird er einmal von dem lateinischen Wort „ Lutum“, was soviel heißt wie Dreck, hergeleitet. Ihre Ursache hat diese Deutung in der Tatsache, dass in den ersten nahchristlichen Jahrhunderten die römischen Legionen in dieses Gebiet eingedrungen waren und hier sesshaft wurden. Ihre Befestigungsanlagen errichteten sie gegen die immer wieder einfallenden germanischen Stämme, die schließlich auch die Römer weitgehend verdrängten. Ein derartiger Angriff alemannischer Krieger geschah in der Nähe von Arkeburg, und der dortige Feldherr soll im Hinblick auf das feuchte und wenig gangbare Gebiet um Lutten verzweifelt „lutum“ ausgerufen haben. Die zweite Version leitet den Namen Lutten von dem alten Wort „lutan“ ab, welches die Bezeichnung für eine feuchte Niederung ist. Als die Alemannen ihrerseits in der Mitte des 5. Jahrhunderts nach langen und blutigen Kämpfen mit den fränkischen Heerscharen unter Oberhoheit der Frankenkönige kamen, brachten diese der bis dahin heidnischen Bevölkerung auch das Christentum. So tritt das Kirchspiel Lutten mit dem adeligen Gut “Sigiwal“ in das Licht geschichtlichen Bewusstseins mit einer Urkunde, datiert vom 17. Oktober 872. In dieser Urkunde bestätigen die Besitzer von Sigiwal, Graf Walbert und Gräfin Altburg, die Schenkung des dem Ort Lutten naheliegenden Gutes an Alexanderstift zu Wildeshausen. Seit dem 10. Jahrhundert ist auch ein hier ansässiger Ortsadel, die Herren von Lutten, nachgewiesen, die in Urkunden aus den Jahren 947 und 1184 erwähnt sind. Dieses Geschlecht hatte einen Sitz auf einer zu ihrem Schutze errichteten Burg, die erstmals in einer Verkaufsurkunde aus dem Jahre 1536 als „Borch im Kerspell van Lutten“ erwähnt wird, und an die noch heute das Gemeindewappen von Lutten erinnert

Am 25. Januar 1322 wird Lutten unter den 6 Kirchspielen aufgeführt, für die das Gogericht auf dem Desum bei Emstek zuständig ist. Durch Beschenkungen und Verkäufe trat die Familie derer von Lutten immer wieder in Urkunden von höchster Instanz auf, und ihre große Bedeutung war durch die Jahrhunderte bis weit ins 19. Jahrhundert bekannt. Zwar wechselten sie Ihre Sitz im 14. Jahrhundert nach Gut Lage, später saßen sie auf dem Gut Daren, doch waren sie nach wie vor Patronsherren der Lutter Kirche und des Holzgerichts.

Mit dem 19. Jahrhundert brach auch in wirtschaftlicher Hinsicht in Lutten eine neue Entwicklung an. War bislang über Jahrhunderte hinweg die Landwirtschaft trotzt aller politischer Umwälzungen der entscheidende Faktor in unserem Ort gewesen, so begannen sich nun die beiden furchtbaren Weltkriege ihrerseits tiefe Wunden in das friedliche Leben der Menschen, so war der Fortschritt dennoch nicht mehr aufzuhalten.

Als die Kriegsschäden des 2. Weltkrieges endgültig beseitigt waren, zeichnete sich auch in der inneren Struktur eine Änderung ab, so dass unser Ort heute von einer reichen Differenzierung an Gewerbe-, Handelsbetrieben, sowie Einzelhandelsgeschäften gekennzeichnet ist.

So können wir denn voll Stolz und Zuversicht auf unser kleines aufstrebendes Gemeinwesen, das im Jahre 1972 seinen 1100. Geburtstag feiern konnte, blicken. Als blühender Ort bietet er seinen Bürgern in jeder Hinsicht das, was das Leben in unstete modernen Zeit erforderlich macht.

Bei der Gemeindereform, seit 1.3.1973, ist die Gemeinde Lutten – Goldenstedt eingegliedert.

 

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